Meditativ durch die Coronazeit

Corona und kein Ende.

Home-painting ist noch immer oder schon wieder angesagt und ich habe einen zweiten und dritten Spiegelrahmen entdeckt, den ich mir vor langer Zeit mal von unserem Schreiner Sohn habe bauen lassen. Jetzt zahlt es sich aus, dass ich in weiser Voraussicht mir gleich zwei bestellt hatte. Damit entdeckte ich wieder neue Malflächen für mich und  hoffte gleichzeitig darauf, noch eine schöne Ecke zu finden, wo ich am Ende den Spiegel aufstellen wollte.

Ihr müsst es irgendwann wirklich mal selbst ausprobieren, wie gut das tut, Wände zu bemalen oder auch nur einen Spiegelrahmen. Man wird plötzlich ganz ruhig. Und eigentlich auch sehr glücklich… fast ein bisschen high…

Meist machen sich dann die Gedanken selbstständig.

Meine wanderten in dieser Vorweihnachtszeit in meine Kindheit, in der es noch kein Corona gab. In den letzten Tagen vor Heilig Abend saßen wir immer im einzigen warmen Raum, den wir damals hatten und bastelten unsere Geschenke in der Hoffnung, dass unsere Eltern das nicht sehen würden. Der Ofen bollerte gewaltig und die Eierbriketts glühten. 

Ich liebte es  Bilder zu malen und bastelte Papierseiten zu kleinen Heften, in die ich Geschichten schrieb und Zeichnungen dazu malte. Das war sozusagen das erste Comicheft. Ich war also der erste Comiczeichner, haha… Meist hatte ich nur stumpfe Bleistifte, so dass ich ganz schwach meine Zeichnungen malte, dann mit Feder und Tusche kräftig  nach zeichnete und so einigermaßen saubere Figuren bekam. Meist fehlte mir allerdings das Radiergummi, so dass ich später gar nicht mehr vorzeichnete, sondern gleich die Feder nahm, um ein sauberes Bild hinzubekommen. Und siehe, es klappte ganz gut und im Laufe der Jahre benutzte ich kaum noch den Bleistift.

Nun aber bemalte ich meinen Spiegelrahmen und wollte da gleich einen Engel daraufsetzen, denn Engel kann man doch immer gebrauchen.  Auf die zweite Rahmenseite malte ich eine junge Tänzerin, die zeigte, wie gut sie den Spitzentanz beherrschte. Dann setzte ich noch am oberen und unteren Rand ein paar hübsche Häuser hin und fühlte mich plötzlich wieder wie ein kleines Kind, das fröhlich nach der Ballettstunde nach Hause tanzte.

Alles wird gut?

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