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Vom Hamstern und vom Überfluss

Vom Hamstern und vom Überfluss

Die Ukraine ist die Kornkammer Europas. Dort ist im Augenblick Krieg. Und darum kriegen wir hier bei uns kein Mehl und kein Öl mehr, sagen die Leute. Die Deutschen hamstern, so dass Mehl und Öl nun rationiert wird.

Es ist wie zur Zeit der Pandemie: Wir bekamen kein Toilettenpapier, weil die Deutschen das Toilettenpapier gehamstert haben in diesen Zeiten. Jeder bekam nur noch ein Paket.Was hatte Pandemie mit Toilettenpapier zu tun?

Noch immer bekommen wir fast alles, was wir haben wollen. In Zeiten des Überflusses sollten wir behutsamer umgehen mit Gas, Öl und Benzin. Und vor allem kein Essen wegwerfen. Das ist sinnvoll und hilft uns weiter.

Und für den Frieden eine Kerze anzünden. Dann wird alles irgendwann wieder gut.

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Abenteuer in Litauen

Abenteuer in Litauen

Es war 1992, als ich eines Tages nach Litauen eingeladen wurde, um meine Bilder auszustellen. Die Zeiten waren schon damals sehr unruhig und an der Grenze zwischen der damaligen Sowjetunion und Polen gab es viele Unruhen und Schießereien. 

Mir wurde die Ankunft einer Museumsleiterin mitgeteilt, die kommen wollte, um meine Bilder auszuwählen, die ich schon vorausschicken sollte, damit sie aufgehängt und dekorativ in den Räumen verteilt werden konnten.

Sie kam, es war eine entzückende noch jüngere Person, die aber leider weder englisch, wie man uns sagte, noch deutsch sprechen konnte. Das wurde also eine lustige gemeinsame Begegnung. Ich hatte Essen zubereitet und zum Verständnis zeichneten wir alles auf, was wir uns gegenseitig nicht benennen konnten. Und dabei stellten wir fest, wie viel Spaß wir hatten und wie gern wir miteinander verhandelten, um Bilder auszusuchen.

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Freude — trotz allem

Freude — trotz allem

Bevor es wieder endgültig regnen wird und der Himmel so verhangen und dunkel ist wie angesagt, will ich den Tag nochmal genießen. Am Freitag soll es zur falschen Zeit natürlich schneien und ich hoffe, dass die Blumen und Sträucher, die wie immer Jahr für Jahr hoffnungsfreudig zu ihrer eigenen Zeit die Blüten öffnen, nicht wie ungezogene Kinder eines auf den Deckel kriegen.

Es blüht schon seit Januar die Heide, es folgten die Kamelien, von denen drei in unserem Garten stehen und seit gestern fangen die ersten Azaleen und Rhododendren an ihre Knospen zu öffnen.

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Ruinen damals, Ruinen heute

Ruinen damals, Ruinen heute

Als ich gestern Abend nochmal die letzten Bilder aus der Ukraine in den Nachrichten ansah, konnte ich das Entsetzen nicht unterdrücken: die brennenden Häuser und qualmenden Ruinen sahen aus wie offene Wunden. Und die mutigen Menschen schleppten Getroffene aus den Ruinen, die wie Skelette aussahen… Dazu fiel noch immer Schnee und man sah, dass der Wind kalt blies. Ein Land wird überfallen.

Als wir nach dem Krieg 1947 zurück in unsere Heimatstadt gingen, habe ich trotz der Tatsache, dass ich erst 6 Jahre als war, auch gesehen, dass alles staubig und kaputt war. Aber hier hatte ich keine Erinnerung an den Tod. Ich sah Ruinen, aufgeräumte Straßen, wenig Autos, kaputte Kirchen und zerstörte Bahnhöfe. Nichts brannte oder erzählte mir Geschichten von leidenden Menschen, Müttern mit kleinen Kindern, Tieren oder rumstehenden Rucksäcken, Teddibären oder ähnlichem. Alles sah tot aus, obgleich auf den Trümmerbergen schon erste, zarte Blumen blühten. Alle in lila. Und dazu schien die Sonne. Für uns wurde es fast ein Abenteuerspielplatz. Ein Abenteuerspielplatz mit Trümmerblumen!

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Ich bin das kleine Mädchen im Krieg

Ich bin das kleine Mädchen im Krieg

Letzte Nacht habe ich vom Krieg geträumt. Kein Wunder! Aber ich träumte vom letzten Krieg 1939-1945. Und ich war überrascht, wie viel ich plötzlich erinnerte. Ich dachte, ich sei zu klein gewesen, um es noch zu wissen. Und nun, in diesem Traum kam viel Erinnerung zurück.

Als wir noch in der Stadt wohnten, hörte ich oft von weit entfernt Kanonenschüsse, nur wusste ich nicht, dass es Kanonenschüsse waren. Unsere Eltern müssen das wohl erzählt haben. Aber was waren Kanonen? Und warum kam aus den Rohren Feuer raus? Und was war Krieg?

Ich war zwei Jahre alt und die Unruhe teilte sich täglich mehr mit und schließlich nahm mein Vater, der zu dem Zeitpunkt noch nicht zu den Soldaten eingezogen war, die ganze Familie und ging mit uns aufs Land. Dort war es auch zunächst sehr viel ruhiger und sicherer. Das machten viele Familien mit ihren Kindern. Aber allmählich kamen die Geräusche des Krieges bis ins Dorf und die Sirenen hörten wir immer öfter.

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